Am Freitag, den 06.März ab 19 Uhr präsentiert KunstNah Künstler aus dem Forum.
Ausstellungsdauer: 7. März – 28. März 2009
Hannes von der Fecht ‚Maskun´
»Maskun« ist pingelapesisch und bedeutet »nicht sehen«.Pingelap ist eine Insel im Pazifschen Ozean und gehört zu den Föderierten Staaten von Mikronesien. Auf dem Atoll leben ca. 240 Menschen, von denen zehn Prozent an einer genetischen Farbenblindheit, der Achromatopsie leiden. Zu dem Fehlen des Farbsehens kommt noch, dass die Erkrankten ihre Umgebung sehr unscharf wahrnehmen und sehr lichtempfindlich sind.
In dem Buch »Die Insel der Farbenblinden« beschreibt der Neurobiologe Oliver Sacks das Leben der Menschen auf Pingelap. Sein Interesse gilt der Frage, ob bei so einer Vielzahl von Betroffenen eine eigenständige Kultur der Farbenblinden entstanden ist.
Durch das Buch bin ich inspiriert worden nach Pingelap zu reisen um mich dort fotografisch mit der Wahrnehmung dieser Gesellschaft auseinander zu setzen.Im Alltag sind die Kranken von den Gesunden schwer zu unterscheiden. Nur das ständige Blinzeln in heller Umgebung verrät wer unter »Maskun« leidet.
Auf der Suche nach Indizien, die ein klares Bild über die Lebensverhältnisse der Erkrankten wiedergeben könnten, wird jede Situation auf der Insel hinterfragt.Die Unterschiede sind kaum zu fassen, so dass die Bilder die Athmosphäre einer fieberhaften Suche einnehmen. Der Betrachter wird aufgrund der fehlenden Erklärung mit seiner Wahrnehmung allein gelassen. Die monochromen Aufnahmen zeigen eine Abstraktion der sonst so gewohnt farbenprächtigen Südseeidylle. Ähnlich wie die Fenster im Haus eines Farbenblinden, die mit bunten Folien beklebt sind. Die Farbenpracht, wie sie im Dschungel vor der Tür zu sehen ist, hat für den Mann nur den Zweck die empfindlichen Augen vor dem Licht zu schützen.
In dieser fotografischen Auseinandersetzung geht es um die Annäherung an einer mir fremden Sichtweise, die der Menschen mit »Maskun«. Aufgrund der subjektiven fotografischen Auseinandersetzung spiegelt sich die Kultur der Insulaner nur schemenhaft wieder. Sujets wie Landschaften und Menschen wirken durch den bewussten Einsatz von Schärfe und Unschärfe verfremdet. Durch die fragmentarische und offene Bildstrecke wird dem Betrachter ermöglicht eigene Geschichten zu konstruieren.
Die Bilder sollen Anreiz geben sich mit der Wahrnehmung der Farbenblinden auseinanderzusetzen und ein eigenständiger Blick auf eine besondere Gesellschaft sein.
weitere Aussteller:
Roland Doil - Malerei
Jenni Kuck - Fotografie
Nicole Werner - Fotografie
Katja Windau – Skulptur
Kunstnah
Große Bergstr. 152
22767 Hamburg